Hass oder Liebe?

Rote Bete polarisiert – die einen klatschen beim Gedanken rote Bete zu essen vor Freude in die Hände und die anderen verziehen schon bei der Erwähnung des dunkelroten Gemüses fast angewidert das Gesicht. Ich habe rote Bete seit jeher geliebt. Naja, eigentlich hatte ich gar keine Wahl, denn als Kind bekam ich sie regelmäßig als rote Bete Salat vorgesetzt. Jede Speise, jede Frucht, jedes Gemüse, alle Nahrungsmittel hatten laut meiner Großmutter und Mutter gesundheitsfördernde Wirkung. Bei rote Bete hieß es, sie sei Blutbildend und man würde niemals an Blutarmut erkranken, wenn man sie regelmäßig äße. Das klang bedeutend, auch wenn ich es nicht verstand. Somit waren Mätzchen, wie wir sie heutzutage von unseren kleinen Essensverweigerern kennen, allein schon durch Omas und Mamas Blick im Nu verflogen und als kluges Kind hatte ich freiwillig entschieden rote Bete zu mögen, bis ich sie tatsächlich gerne aß.

Wenn ich eine Speise gerne esse, kann ich euch daraus ad hoc zig Rezepte zusammenstellen. Bei dieser köstlichen Variante, habe ich dünne rote Bete Scheiben mit Merrettichcreme und Granatapfelkernen kombiniert und das rote Bete Carpaccio auf die Speisekarte meines Restaurants gesetzt.

Wer hätte das gedacht? Es wurde einer meiner Bestseller.

Herminas rote Bete Carpaccio

Herminas rote Bete Carpaccio

Selbst Gäste, die zunächst einmal vehement den Kopf geschüttelt haben, als ich es ihnen zum ersten Mal empfohlen habe, wurden Fans, nachdem sie es probiert hatten. Eine besonders schöne Geschichte muss ich euch hierzu erzählen und hoffe, dass besagte Kunden sie eines Tages auch lesen und schmunzeln werden.

Ein Ehepaar wollte in meinem Restaurant eine Geburtstagfeier ausrichten. Am liebsten habe ich die Vorspeisen auf Platten angeboten, die in die Mitte des Tisches gestellt werden und von denen sich jeder Gast nach Belieben nehmen kann. Zum einen pflegen wir zu Hause so zu essen, zum anderen ist es die einfachere Variante in Anbetracht vieler Unverträglichkeiten, so kann jeder Gast entscheiden wovon er nehmen möchte. Ein weiterer Gesichtspunkt ist, dass das Essen insgesamt länger dauert, was gerade bei Feiern angenehm ist, und man die Möglichkeit hat viele verschiedene Speisen zu kosten. Als ich dem besagten Ehepaar das rote Bete Carpaccio als eine von vier verschiedenen Vorspeisen vorschlug, antworteten beide im gleichen Atemzug:

„NEIN, rote Bete essen wir nicht“.

Ich hätte es einfach akzeptieren können, aber mein Ehrgeiz war geweckt. Unauffällig bat ich meine Servicekraft eine kleine Probierportion des rote Bete Carpaccios zubereiten zu lassen. Das Tellerchen kam und ich bot meinen Kunden an zu kosten, falls sie es wünschten, falls nicht, würde ich es selbst essen. Zaghaft probierten sie, vielleicht auch nur, weil sie nicht unhöflich sein wollten. Sie schauten sich an, ihr Blick wanderte zu mir und….sie waren restlos begeistert. „Ja so haben wir rote Bete noch nie gegessen, wir haben nur die hässlichen Kindheitserinnerungen…“. Nicht nur dass das rote Bete Carpaccio auf das Geburtstagsmenü kam, nein, die Dame hat es seitdem bei jedem ihrer Besuche in meinem Restaurant als Vorspeise bestellt. Irgendwann fragte ich sie, ob sie denn nicht doch mal wechseln wolle und etwas anderes probieren wolle.

„Liebe Hermina, ich bin schon immer voller Vorfreude auf das rote Bete Carpaccio, wenn ich zu Ihnen komme.“

Ach, wisst ihr, das sind wahre Glücksmoment!

Und was sagt euch diese Geschichte? Probiert vorbehaltlos alles was euch angeboten wird! Wenn es euch nicht schmeckt, hakt es ab, aber beraubt euch nicht der Möglichkeit eine Speise, die ihr mal in „nicht so lecker“ probiert habt, in einer anderen Variante zu kosten.

Hier geht es zum Rezept meine Lieben, natürlich super easycooking – das bekommt ihr hin!

Und nicht vergessen – Blutbildend ist es auch noch 😉

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